Neue Generationen, neue Gesetze?

Eine Vielzahl an Faktoren müssen bei der Vermarktung von Immobilien im heutigen Zeitalter berücksichtigt werden. Die Käufersuche ist aber nicht zwangsläufig komplizierter.

Die aktuellen Entwicklungen am Wohnimmobilienmarkt in der Schweiz zeigen es deutlich: Nicht erst seit Pandemiezeiten übersteigt die Nachfrage das vorhandene Angebot. Auf eine Verkaufsannonce gibt es zwar nach wie vor viele Interessenten:innen, doch zusehends gehen potenzielle Verkäufer:innen in eine abwartende Haltung über. Einige haben die Handbremse angezogen und warten vielleicht lieber noch ein wenig ab, um zu schauen, wohin der regionale Markt und die Preise tendieren – im besten Fall weiter nach oben.

Immobilienmakler:innen in der Schweiz stellen zudem fest: Ganz widersprüchlich der genannten Aussage, dass Verkäufer:innen in eine abwartende Haltung gehen, nimmt die durchschnittliche Haltedauer einer Liegenschaft von jüngeren Generationen ab. Nachkommende Generationen nehmen Abstand von dem bis anhin fast schon eisernen Gesetz, ein Haus oder eine Wohnung ein ganzes Leben lang zu besitzen.

Auch in punkto Renovationen vor dem Verkauf zeichnet sich ein weiterer wichtiger Trend ab. Viele Bestandesimmobilien weisen ein gewisses Alter mit leichtem Renovationsbedarf auf. Käufer:innen der heutigen Generation rechnen häufig schon beim Erwerb der Immobilie mit Investitionen in einen allfälligen Umbau.

Erhöhen grössere Investitionen vor dem Verkauf die Nachfrage und den Marktwert?

Altbesitzer:innen sollten nicht allzu viel Zeit und Kosten darauf verschwenden, die Liegenschaft noch in letzter Minute zu modernisieren. Neubesitzer:innen wollen nach dem Kauf gerne später eigene Wünsche realisieren und umsetzen. Generell ist natürlich auf das jeweilige Objekt und dessen Zustand zu achten, doch etwa das klassische Einfamilienhaus vor der Veräusserung noch komplett zu sanieren, macht nicht wirklich Sinn. Kosten und Ertrag, sprich ein höherer Verkaufspreis, stehen nicht im akzeptablen Rahmen.

Fachmännische Schönheitskorrekturen, etwa das Ausbessern des Parketts im Wohnbereich, der Fliesen und Fugen im Badezimmer und dem Neuanstrich der Wände, können bereits grosse Effekte erzielen mit relativ kleinem Aufwand. Eklatante Probleme zu kaschieren oder bei der Besichtigung nicht anzusprechen ist aus Makler- sowie Verkäufersicht aber nicht klug. Wichtig ist vor allem der erste Augenschein bei einer zum Kauf angebotenen Immobilie und die Vollständigkeit der Dokumente bzw. des Objektdossiers von Haus oder Wohnung.

Lage, Lage, Lage?

Haus ist nicht gleich Haus. Jedes Grundstück ist ein Unikat und charakterisiert sich durch seine Lageeigenschaften, den Zuschnitt und die Topografie und natürlich den geltenden baurechtlichen Bestimmungen. Diese legen die zulässige Nutzung und die bauliche Dichte fest. Und das wiederum ist ein wichtiger Werttreiber und wirkt sich auf die Nachfrage aus. Ein Haus zu renovieren, um danach zu bemerkten, dass der eigentliche Wert im Land steckt, wäre somit Ergebnislos.

Zwei Märkte für Gebäude und Land

Der Marktwert und die Nachfrage nach einer bestehenden Wohneinheit teilt sich in zwei Komponenten auf: Landwert und Gebäudewert. Land und Gebäude sind aber grundlegend verschiedene Güter. Gebäude altern und müssen mit Investitionen erhalten werden, sie können abgerissen und grundsätzlich in identischer Form an jedem beliebigen Standort erstellt werden. Die Entwicklung der Gebäudewerte folgt daher im Wesentlichen den Baukosten: Wird das Bauen aufgrund von Innovationen günstiger, nehmen auch die Gebäudewerte ab.

Es ist wichtig zu beachten, dass verschiedene Faktoren die Verkäuflichkeit und den Wert einer Immobilie steigern. Es empfiehlt sich daher, professionelle Beratung von Immobilienexperten:innen einzuholen, damit eine fundierte Entscheidung über solche Thematiken und die richtige Verkaufsstrategie getroffen werden kann.